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Es ist Donnerstag, der 13.10.2011. Nun hat sich das Wetter gebessert. Der Wind dreht langsam von Nordwest auf Ost und wird etwas schwächer. Mit dem Nachmittagshochwasser gegen 15 Uhr werden wir auslaufen.
Wir laufen aus - zuerst ist planmäßig noch etwas Strömung gegen uns, dann setzt der Ebbstrom ein und zieht uns auf die Nordsee. Mangels Wind wird zu Beginn motort.
Am Freitagmorgen, dem 14.10.2011 hat der Wind zugenommen und wir setzen um 08.45 Uhr die Segel. Endlich ist der Diesel aus! In der Nacht reffen wir sogar die Segel - der Wind hat etwas zugelegt. Wir schaffen heute ein Etmal von 200 Seemeilen und sind gegen Mitternacht etwa auf der Höhe der Maasmündung! Nicht schlecht.

Als ich am Samstag (15.10.2011) um 4 Uhr wieder zur Wache antrete, haben wir bereits Belgien fast hinter uns gelassen. Im Laufe des Tages nähern wir uns immer weiter Calais. Gegen Nachmittag sind die großen Fähren in Sicht. Parallel zu uns verläuft das Verkehrstrennungsgebiet - hier fahren die wirklich großen Frachtschiffe. Wir halten uns in der Inshore Traffic Zone.
Ich koche uns Schweinebraten mit Möhren, Selllerie und Kartoffeln. Das Ganze mit etwas Knoblauch im Backofen - lecker! Von 19 bis 20 Uhr bin ich noch einmal am Steuer und genieße das herrliche Segeln entlang der französischen Küste mit 8 - 9 Knoten hoch am Wind. Um 20 Uhr bergen wir die Segel und die erste Wache wird uns in den kommenden Stunden durch das Verkehrstrennungsgebiet bringen (natürlich exakt im 90° Winkel!).
Um Mitternacht treten Sebastian und ich dann wieder zur Nachtwache an. Anfangs herrliches Segeln, aber gegen Ende der Wache flaut der Wind immer weiter ab und schralt. Wir reffen erst aus und müssen dann aber den Diesel anwerfen. Gegen den starken Gezeitenstrom im Kanal kann man nicht aufkreuzen. Als wir im 8 Uhr am Sonntag, dem 16.10.2011 wieder zur Wache antreten, ist unser vorläufiges Ziel Brighton schon fast in Sicht.
Der Hafen hat eine Solltiefe von 2 Metern - der Hafenmeister beruhigt unseren Skipper jedoch per Funk: Auch 2,40 Meter seien kein Problem. Gegen halb zehn sind wir im Hafen. Beim Anlegen rückwärts an den Schwimmsteg beginnt unser Motor zu qualmen und zeigt kaum noch Wirkung. Wir erreichen knapp den Steg und können die Yacht heranziehen. Die Schaltung scheint funktionsfähig, Sebastian macht aber Kunststoffstückchen im Wasser aus, die auf ein Fischernetz in der Schraube hindeuten. 
Schön, nach knapp 500 Seemeilen wieder in einem Hafen zu sein. Nach ein paar Tagen auf See freue ich mich auf eine heiße Dusche und eine nicht schaukelnde Koje. Am Nachmittag besichtigen wir die Stadt und den bekannten Pier / Seebrücke.
Insgesamt haben wir nun 593 Semeilen auf der Logge (341 sm Segel / 252 sm Motor). |